Fertility Europe Spring Meeting 2026 in Oslo

Dieses Jahr war es für uns ein besonderes Spring Meeting: Nicht nur Christina, unsere Obfrau, war dabei – auch Sabrina, unser neu gewähltes Vorstandsmitglied bei Fertility Europe, reiste erstmals nach Oslo. Wir freuen uns euch hier unseren gemeinsamen Bericht zu teilen! 

Unerfüllter Kinderwunsch ist kein österreichisches Phänomen. Wir sprechen hier von 25 Millionen Menschen nur allein in Europa. Genau deshalb ist der Dachverband Fertility Europe so wertvoll: Hier kommen über 30 nationale Organisationen zusammen. DieFruchtbar ist einer dieser Vereine und agiert auch als Selbsthilfegruppe. Zusammen als Fertility Europe kämpfen wir für gleichen Zugang zu fairer und sicherer Behandlung und das öffentliche und politische Bewusstsein rund um das Thema Fruchtbarkeit zu stärken.

Einmal im Jahr bietet das Spring Meeting die Möglichkeit, sich zu vernetzen, auszutauschen und gemeinsam voranzukommen. 2026 fand dieses Treffen in Oslo statt – eingeladen und herzlich empfangen von unserem norwegischen Verein Ønskebarn, dem norwegischen Kinderwunschverein. Ein wunderbarer Gastgeber in einer beeindruckenden Stadt!

Fertility@Work – das Thema des Jahres

Im Mittelpunkt des diesjährigen Meetings stand die Kampagne „Fertility@Work“ – das große Jahresthema von Fertility Europe für 2026. Denn die Realität für viele Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch sieht so aus: Sie jonglieren zwischen Arzttermin und Besprechung, zwischen Hormonbehandlung und Präsentation, zwischen emotionaler Erschöpfung und dem Anspruch, im Job zu funktionieren – oft völlig unsichtbar für das Arbeitsumfeld.

Fertility@Work setzt genau hier an und fordert fertilitätsfreundliche Arbeitsbedingungen: mehr Flexibilität, spezifische Freistellungsmöglichkeiten und psychologische Unterstützung am Arbeitsplatz. Auch die Einbeziehung von Männern in die Fertilitätsthematik ist ein wichtiges Thema! Unfruchtbarkeit betrifft Paare, und die Last darf nicht weiterhin allein auf den Schultern der Frauen liegen.

Kommunikation, Wissen und Aufklärungsarbeit

Ein weiterer Schwerpunkt war die Kommunikation. Wie erreichen wir Betroffene mit wichtigen Informationen rund um Fruchtbarkeit und reproduktive Gesundheit? Wie poste ich was auf Social Media, welche Kanäle sind relevanter als Andere? Welche Tools funktionieren, welche Wege gehen die einzelnen nationalen Organisationen? Der Austausch dazu war lebhaft, inspirierend und voller konkreter Ideen.

Auch die politische Dimension kam nicht zu kurz: Wie können Patientenorganisationen auf europäischer Ebene gehört werden? Mit welchen Strategien schaffen wir es, unsere Anliegen in politische Entscheidungsprozesse einzubringen? Gastrednerin vom Public Health Institut Rannveig Kaldager Hart hat dazu einen spannenden Vortrag gehalten, wie Oslo dieses Thema politisch behandelt.

Oslo – eine Stadt, die begeistert

Natürlich blieb auch Zeit, Oslo zu entdecken. Die norwegische Hauptstadt hat uns mit ihrer Ruhe, ihrer Natur und ihrem besonderen Charme sofort in den Bann gezogen. Gemeinsam Zeit verbringen mit den Kolleginnen aus ganz Europa – bei gutem Essen und angeregten Gesprächen – war wie immer einer der inspirierenden Momente solcher Treffen. Denn hinter jeder Organisation stehen Menschen, die mit ganzem Herzen für ihre Sache kämpfen. Und genau diese Begegnungen geben uns immer wieder neue Kraft.

Was uns dieses Jahr einmal mehr tief beeindruckt hat: die Leidenschaft und das Engagement, das alle Beteiligten in ihre Arbeit stecken. Gleichzeitig macht es betroffen zu sehen, das im Jahr 2026 die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Fruchtbarkeitsbehandlungen in Europa nach wie vor so extrem unterschiedlich sind.

Aber wir bleiben dran – gemeinsam mit unseren europäischen Partnerinnen und Partnern, Fertility Europe und vor allem hier in Österreich. Denn die Fruchtbar kämpft weiter dafür, dass sich die Situation verbessert. Für alle, die sich ein Kind wünschen.

 

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