Familie Antonia Stabinger
Während der Corona-Pandemie begann Antonia Stabinger darüber nachzudenken, was sie abseits ihrer Arbeit als Kabarettistin Sinnvolles tun könnte. Nach dem Ende einer langjährigen Beziehung beschäftigte sie sich auch mit unterschiedlichen Formen von Familie. Eine Freundin, die selbst adoptiert hatte, brachte sie schließlich auf eine Idee: Warum nicht Pflegemutter werden?
Antonia absolvierte die notwendige Ausbildung und setzte sich intensiv damit auseinander, was es bedeutet, ein Pflegekind aufzunehmen. Sie wusste, dass ein Kind, das in eine Pflegefamilie kommt, seine eigene Geschichte mitbringt und besondere Bedürfnisse haben kann. Für sie war die Entscheidung dennoch klar: „Es war die mutigste Entscheidung meines Lebens.“
Dann kam der Anruf der Wiener Kinder- und Jugendhilfe. Ein neun Monate altes Mädchen brauchte ein Zuhause. Antonia und das Kind wurden ein „Match“. Am 25. Juni 2023 zog das Mädchen bei ihr ein.
Seitdem lebt Antonia als alleinerziehende Pflegemutter mit ihrer Tochter und ihrem Hund in Wien. Beruf und Familie miteinander zu verbinden, ist nicht immer einfach – gerade bei einem Beruf, der häufig abends auf der Bühne stattfindet. Trotzdem beschreibt sie die Entscheidung für ihre Pflegetochter als eine der besten ihres Lebens.
Antonia möchte auch zeigen, dass Pflegefamilien ganz normale Familien sein können – mit Herausforderungen, aber vor allem mit Beziehung, Verlässlichkeit und Liebe. Ihre Geschichte macht deutlich: Wenn wir über Kinderwunsch und Familienpolitik sprechen, sollten wir nicht nur fragen, wie Menschen ein Kind bekommen können. Wir sollten auch darüber sprechen, wie wir Menschen unterstützen, die einem Kind ein Zuhause geben möchten.
Und genau darin liegt für Antonia eine wichtige Botschaft: Es gibt viele Formen von Familie – und viele Kinder, die eine Familie brauchen. „Zum Glück gibt es viele unterschiedliche Arten von Familien, sonst wäre es ja langweilig“, sagt sie.
Fotografie: © Karolina Horner – Kalinka Photography
Projekt: Die Fruchtbar – Verein Kinderwunsch Österreich
Gefördert durch die Sozialversicherung / ÖKUSS

