Familie von Astrid
Astrid wollte schon immer ein Kind. Nach ihrer letzten Trennung mit 32 Jahren war klar, dass die biologische Uhr tickt und eine Familiengründung besser früher als später passieren sollte. Einen neuen Partner finden und unter diesen Bedingungen dann möglichst schnell ein Kind bekommen? Das wollte sie nicht. Die Wienerin entschloss sich daher, den Weg der Solomutterschaft zu gehen. In Österreich war das aber nicht möglich – also ging sie mit 34 Jahren dafür ins benachbarte Deutschland. Dort war eine Kinderwunschbehandlung mit Spendersamen in München für alleinstehende Frauen möglich. Immer wieder pendelte sie für die Termine von Österreich nach Deutschland. „Ich hatte großes Glück. Es hat beim vierten Versuch geklappt”, so die frischgebackene Mama. “Andere Frauen brauchen viel mehr Versuche und jeder einzelne kostet Zeit, Kraft und Geld.“ Pro Versuch muss frau mit ungefähr 2.000 Euro rechnen – ohne Fahrt- oder Hotelkosten 2026 konnte sie im Alter von 37 Jahren endlich ihren Sohn in Händen halten.
Gemeinsam mit anderen Frauen setzt Astrid sich dafür ein, das Fortpflanzungsmedizingesetz zu reformieren. Im Oktober 2025 stellte eine Gruppe von betroffenen Frauen einen Individualantrag beim österreichischen Verfassungsgerichtshof. Sie wollen darauf aufmerksam machen, dass alleinstehende Frauen nicht länger durch die bestehende Gesetzeslage diskriminiert werden dürfen. Das Ziel: Kinderwunschbehandlungen sollen für alle Frauen zugänglich gemacht werden. Denn jede Frau sollte das Recht haben, ihren eigenen Weg zu gehen.
Würde sich Astrid nochmals für die Solomutterschaft entscheiden? Die Antwort ist ein ganz klares Ja. Denn trotz der Strapazen hat sich die Kinderwunschreise für die Solomama ausgezahlt. Und ihr nächster großer Wunsch? „Es wäre schön, wenn ich eine der letzten Frauen wäre, die ins Ausland fahren muss für eine Kinderwunschbehandlung. Und für meinen Sohn wünsche ich mir, dass unsere Familienform eines Tages als ganz normal gesehen wird.“
Fotografie: © Karolina Horner – Kalinka Photography
Projekt: Die Fruchtbar – Verein Kinderwunsch Österreich
Gefördert durch die Sozialversicherung / ÖKUSS

